Dollars 2 Donuts – Values change!

Das am. „Dollars to Donuts“ ist das Equivalent zum brit. „a pound to a penny“. Es ist die Versicherung, dass man sich absolut sicher ist, dass etwas eintrifft, bzw. der Wahrheit entspricht [1, 2]. Als „Dollars to Donuts“ erstmals belegt schriftlich festgehalten wurde, war der Dollar im Vergleich zu heute gemäß dem Preisindex für Lebenshaltung rund 20 Dollar wert. Der Donut muss unter einem halben Cent wert gewesen sein, denn ein Pfund Brot war rund 5 Cent wert [3]. Der Spruch ist im Wett-Umfeld entstanden und Geld zu verlieren war und ist bis heute bei Wetten um längen wahrscheinlicher als Geld zu gewinnen. Der Spruch hat sich gehalten, auch wenn oder obwohl ein Donut derzeit rund US ¢95 kostet, also beinah einen Dollar.

Der Wert hat sich geändert, geblieben ist das Idiom.

Och, ja. Schwemme bösgläubiger Anmeldungen [™]!
Sie, fei! Ja, nee! … Psst. Still, hier!

Beim Gedanken zu Werten und Sprüchen kann ich einfach nicht anders, als an das aktuelle Markenrecht zu denken, das zur Dekoration genutzte Sprache und Zeichen ausverkauft. Das heutige Markenrecht untergräbt ohne Not den freien Ausdruck also Art. 5 §GG.

Ernsthaft! Keine Marke, selbst wenn deren Logo eben ein Smiley ist, ist gefährdert durch ein Smiley auf einer Seife, und dennoch kann in der EU nur noch ein Unternehmen ungestraft Smileys in Seifen fräsen. Mich gefragt, wird das Unternehmen mit dem Smiley als Marke große Probleme haben, ein Smiley als Herkunftszeichen zu etablieren. Um nicht bösgläubig dazustehen wird es eben das tun müssen.

Dekorativ gebrauchte Alltagssprache auf Textilien wird keine Marke gefährden, die ernsthaft das Alltagswort, das mit der Marke übereinstimmt, als Marke zu etablieren. Diese Marken werden nie ohne eine Bildmarke auskommen, um zu vermeiden, dass ihre Marke mit einer Deko verwechselt wird. Die Leichtfertigkeit mit der Landrichter Unterlassungsgebote für dekorativ gebrauchte Begriffe und Symbole ausstellen, kommt einem Ausverkauf unseres Allgemeinguts gleich. Print on Demand Designer klatschen sich täglich an den Kopf angesichts der immer mehr häufenden Alltagsworte, -sprüche und -zeichen, die angesichts schrankenloser Markenanmeldungen und dem hohen Abmahnrisiko aus dem Angebot genommen werden.

Bald kann ein Unternehmer der Textilbranche (Nizzaklasse 25) nicht mehr „piep“ sagen (dekorativ / beschreibend nutzen), ohne eine Abmahnug zu riskieren. Bei „Piep Piep“ riskiert er heute schon wegen Verwechslungsgefahr einen Vermögensschaden von 1.500,- Euro durch die Rechtmittelkosten der Folgen einer Abmahnung, derer sich ggf erwehren müsste. Heutzutage gilt: Worte werden teurer.

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Für Blöd befunden und degradiert vom Landgericht Hamburg

"University of life" - T-Shirt-Deko

Laut dem Landgericht Hamburg ist „University of Life“ auf einem T-Shirt, wie beispielsweise oben abgebildet, eine Marke und nicht eine Dekoration mit dem Zweck einer humorvollen Selbsauskunft für alle ohne Universitätsabschluß _aber mit_ einem hohen Grad an Bauernschläue oder, wie es vom Englischen ins Deutsche übertragen heute heißt, mit „Streets smarts“.

Laut dem Landgericht Hamburg versteht ein beachtlicher Teil der Bevölkerung kein Englisch also kann es auch nicht sein, dass dieser beachtliche Teil der Bevölkerung sich etwas unter dem Wort University vorstellen kann. Auch das Wort „Life“ ist so unbekannt in dem beachtlichen Teil der Bevölkerung, dass dieser unmöglich den Wortsinn des englischen Begriffes „Life“ kennen könnte. Der beachtliche Teil der Bevölkerung kann University mit Universität natürlich auch _nicht_ assoziieren. Unwahrscheinlich auch, dass der beachtliche Teil der Bevölkerung ohnehin statt University Universität im flüchtigen vorbeigehen lesen könnte. Es ist ja nicht so, dass wir Wörter Buchstabe für Buchstabe lesen, häufig lesen wir Wortbilder und verwechseln dabei schon einmal ähnliche Wörter.

25 Jahre nach dem Mauerfall gibt es in Deutschland nicht mehr viele, die statt Englisch Russisch in der Schule hatten und der englischen Sprache in der Popkultur massiv ausgesetzt waren/sind.

Laut dem Landrichter des Landgerichts ist es zum Verständnis „University of Life“ zwingend notwendig, dass der durchschnittlich gebildete, durchschnittlich aufmerksame, deutsche Durchschnittsbürger auch die Verbindung macht zu „Schule des Lebens“ um den Sinn von „University of Life“ hinreichend zu verstehen. Und ohne es hinreichend zu verstehen, kann das nur als Marke wahrgenommen werden.

Ich gehöre nicht zu dem beachtlichen Teil der Bevölkerung und aufgewachsen in Baden Württemberg, wo auch Hauptschüler Englischunterricht hatten, kenn ich nur eine einzige Person, die etwas Russisch und kein Englisch kann. Ich bin mir sicher, dass dieser Person Deko auf dem Shirt im Allgemeinen schnurz ist und weder die Deko als scherzhafte Selbstauskunft noch als Herkunftsnachweis eines Unternehmens erkennt. Allenfalls ist es blöder Text auf dem T-Shirt, über den er sich weiter überhaupt keine Gedanken macht.

Aber laut dem Landgericht Hamburg rennt die Bevölkerung hierzulande mit Markenscheuklappen durch die Welt. Alles ist Marke.

Alles muss Marke sein, was sonst.

Ich kenn das nicht so und kann diese merkwürdige Weltsicht der Landrichter am Landgericht Hamburg nicht teilen. Eine Marke muss schon extrem bekannt sein, bevor ich mein Sprachverständnis dem Markenrecht unterwerfe und ich wider jeder Wahrscheinlichkeit vermute, dass der Unternehmer will, dass ich eine Unternehmensherkunft erkenne. Nicht dass ich oder irgendeinanderer hier im Land besonders _motiviert_ ist, ein sonst gänzlich unbekanntes Markenzeichen quer über der Brust zu tragen. Der Markeninhaber von „University of Life“, dessen Eigentümer u.a. eine T-Shirtkette betreibt, in der T-Shirts mit Aufdruck und Glitzersteinchen verkauft werden, würde auf seinen T-Shirts sitzen bleiben, würden seine Kunden diese „Marke“ und über 70 andere „Marken“ _nicht permanent_ mit scherzhaften Selbstauskünften verwechseln.

Ich würde ja sagen, Landrichter in Hamburg genießen es, sich auf dem Arm nehmen zu lassen. Hamburger Landrichter nehmen bösgläubige Markenanmeldungen wohl auch dann nicht wahr, wenn sie ihnen ins Gesicht springen.

Andererseits, vielleicht sollten wir die landgerichtliche Erkenntnis nicht vergessen, dass ein beachtlicher Teil der Bevölkerung zu blöd ist „University of Life“ in seinem Wortsinn zu verstehen.

Sehgewohnheit – Wortsinn – Wahrnehmungsgewohnheit

Landrichter in Hamburg werfen gern mit „Sehgewohnheit“ um sich und nehmen „Addidas“, „Microsoft“ und „Apple“ Sehgehwohnheit und übertragen diese auf Worte der Alltagssprache, die, wenn es hoch kommt, die Mitarbeiter des Markenregisters kurzzeitig kennen, der Anmelder, die Richter, denen die Anträge auf Unterlassung vorliegen solange sie vorliegen, die beteiligten Anwälte und die Abgemahnten nach der Abmahnung kennen. Es wäre begrüßenswert, wenn sich Richter am Hamburger Landgericht mehr Gedanken machten über Wahrnehmungsgewohnheiten, Sprachverständnis und warum ein T-Shirt mit Aufdruck gekauft wird.

Sie kämen zu der Erkenntnis, dass eine
Sehgewohnheit
nichts darüber aussagt welche
Wahrnehmungsgewohnheit
wir haben.

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Vortragsvorbereitung – an wen richten Sie ihren Vortrag

Im Raum sitzen voraussichtlich Unbeteiligte, Störer, Benutzer, Einkäufer, Entscheider, Beeinflusser und Torwächter, je nach Anteil im Raum verlagert sich der Interessenschwerpunkt.

  • Der Unbeteiligte, Tourist sucht nach allgemeinen Erkenntnissen und Amüsement.
  • Der Störer sucht nach Möglichkeiten zu diskutieren bzw. den Kasper zu machen.
  • Der Benutzer sucht nach den Verbesserungen im Allgemeinen und Detail.
  • Der Einkäufer sucht nach der Wertschöpfungskette und dem Preisvorteil.
  • Der Beeinflusser sucht nach der Neuigkeit, nach der Sensation,
    mit der er begeistern kann.
  • Der Torwächter sucht nach der Ähnlichkeit, die es ihm erlaubt,
    die Information durchdringen zu lassen.
  • Der Entscheider sucht nach der Versicherung,
    die ihm die Last der Verantwortung abnimmt.

Wie würden Sie also den Vortrag aufbauen, wenn im Vorfeld nicht klar ist, Wie sich das Publikum zusammensetzen wird? Oder ist das gar nicht Frage, sondern ergibt sich die Wahl der Zielgruppe primär aus ihren eigenen Zielen.

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Eine Marke ist mehr als ein Wort

Früher einmal war eine Marke, das Versprechen, die bereits bekannt gute Qualität zu erhalten und zu liefern. Welchen juristischen Status eine echte Marke hat, ist mir vollkommen egal. Nicht egal ist es, wie sich ein Markenunternehmen in der Öfffentlichkeit verhält. Es gibt nicht mehr viele echte Markennamen, denen ich vertraue. Worauf ich vertauen kann, ist, dass den Marken nicht zu trauen ist und ich sie fürchten muss. Es ist schnuppe, ob es sich um eine große renommierte Marke handelt oder ein Markentroll, der ein Alltagswort beim Markenamt registriert, um zwei Tage nach der Schonfrist beginnt seine juristisch legitimierten Nötigungs- und Erpressungsbriefe zu versenden und deren Landgerichtsrichter mit zweiten Namen Sheriff von Nottingham heißen.

Dass renommierte Marken ihr Qualitätsversprechen halten, ist eher unwahrscheinlich geworden. Viel zu viele beugen sich dem Preiskampf. Am Ende sind sie so viele Kompromisse eingegangen, dass von Qualität keine Rede mehr sein kann. Marken sind Experten im Verkauf von Mythen. Wie viele Mythen und Religionen haben auch Markenmythen ein Verfallsdatum, es sei denn Ihr Produkt ist billiges braunes Zuckerwasser bei dem bei der Herstellung nichts falsch gemacht werden kann und der Erfolg ohnehin nur in ausgeklügelten Kampagnen und brutal durchgesetzter Verfügbarkeit besteht.

Keine Markenverwässerung erfolgt, wenn der Durchschnittskonsument nicht in Kategorien wie Marke und Angebot denkt.

Bei der Diskussion mit einer jungen Marke, d.h. einem Unternehmer, der ernsthaft eine Marke aufbauen will, die für etwas Gutes, Qualitatives steht, kam das Wort der Markenverwässerung auf. Er vermittelte den Eindruck, dass ein Alltagswort auf einem T-Shirt, das vom Durchschnittskonsument wörtlich genommen wird, also mit der Marke mit gleichem Wortlaut oder irgendeiner Marke, von der Apparell oder Fruit of the Loom oder sonst einer T-Shirtmarke, auf dem das Wort konkret aufgedruckt wurde, abgesehen, eben überhaupt nicht in Verbindung gebracht wird. Um eine Marke zu verwässern, muss schon das gesehene Objekt mit dem Markenaufdruck als Objekt mit Makrenaufdruck erkannt werden und das Markenwort mit einer Marke in verbindung gebracht werden. Wer sich für eine Wortmarke aus der Alltagssprache entscheidet muss sich schon bei der Anmeldung im klaren sein, dass er erst die PR-Arbeit leisten muss, bevor jemand auch nur entfernt beginnt an eine Marke zu denken.

Marke nicht im Sinne eines abmahn- und klagewütigen Unternehmens, sondern als Versprechen für Güte, Loyalität, Verlässlichkeit und was sonst das Kundenherz höher schlagen lässt. Einfacher ist es, erst gar nicht ein Wort der Allstagssprache zu verwenden, wie BASF, eBay, IBM, Nestlé, paypal, google, yahoo, Zalando oder zazzle. Dann läuft man nur das Risiko, dass wenn man es erst einmal geschafft hat, dass das Markenwort in die Alltagssprache übergeht und wie Tesa, Tempo und google für die Produkteigenschaften im Allgemeinen und nicht mehr für das Produkt des Markenherstellers im konkreten oder wie Champagner zum Präfix für Luxus verkommt

Unsittliche Verzerrung des Marktes durch umgangssprachliche Wortmarken.

Ein Landrichter schützt kaum Unternehmermarken und deren Recht auf Schutz, wenn er anfängt sinnbefreit jedes Wort der Umgangssprache, ungeachtet des Kontexts, zu schützen, solanhge es nur genügt von einem defekten Markenregister steht, und dabei den Sinn des Markenrechts vergißt. Wenn er einen Beschluß fällt, bei dem der vermeintliche Markenverletzer nicht mit den geschützten Waren handelt und formal also gar nicht die Marke verletzt und wenn er einen Markenzusammenhang herstellt, wo schon lange keiner mehr exisiert.

Angesichts einem Patent- und Markenamt, das jede Anmeldung annimmt, weil es bei dem Registrierungssystem keine erkennbare Aufsicht gibt und einstmals funktionierende Regulatoren außer Kraft sind, gepaart mit weit verbreitetem Missbrauch, verliert die Marke stark an Bedeutung.

__Marke__ – das heißt Krieg nicht nur unter Unternehmern, sondern auch gegen den kleinen Mann und Konsumenten. Abmahnungen, Spin und Marketingtricks bei abnehmender Qualität – wer will da schon eine Marke sein. Ich bin dann doch lieber nur ein Unternehmen, das seine Aufgabe ernst nimmt. Ich suche nicht nach Marken, ich suche nach Adressen, die sich bewährt haben und bleibe Loyal nur so lang, wie sich die Adresse bewährt.

Und wenn ich Marken zur Kenntnis nehme, dann aufgrund der optischen Gestaltung, die aus mehr besteht als einem Wort. Wenn ich eine Marke erkenne, die ein Alltagswort nutzt wie z.B. „apple“, dann nicht weil „apple“ bekannt wurde für ihre Abmahnpolitik sondern weil sie sich auf ihre Produkte konzentrierten und über ihre Produkte erfolgreich wurden. Aber selbst einem so berühmten Unternehmen gestehe ich das Wort nicht in jedem Umfeld zu, auch nicht, wenn sie umfassend die Wortarke „apple“ registriert haben. Auf dem T-Shirt muss schon das Logo und/oder die Unternehmensshrift hinzukommen, ansonsten gehört das Wort der Welt. Wer Apfelprodukte online verkauft, muss in der Lage sein, „apple“ auf T-Shirts drucken zu lassen, um nur ein Beispiel zu nennen. Früher hieß das Mal Freihaltungsgebot und war etwas Wert.

Eine Marke ist mehr als ein Wort. Wortmarken verzerren den Wettbewerb in unsittlicher Weise. Eine Korrektur des Markenrechts ist überfällig. Ich ignoriere meine Sehgewohnheiten, meine Sprache und Wortkonnotationen nicht, nur weil das Recht den Realitäten hinterherhinkt.

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Jedes T-shirt ist kein Werbeträger

Das Kammergericht hat bereits 2011 die Zeichen der Zeit erkannt und Begründet trotz dem scheinbar allmächtigen Markengesetz in seinem Urteil, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Texte auf dem T-Shirt das Markenrecht berühren. Denn nicht jeder Text auf dem T-Shirt dient der Herkunftskennzeichnung und wenn der Durchschnittskonsument richtig und wie gewohnt in einem Text eine humorvolle Selbstauskunft oder ein andere übliche zwischenmenschliche Kommunikation erkennt, berührt der Text laut Kammergericht Berlin nicht das Markenrecht, so heißt es zur Begründung:

Ob es – im Hinblick auf den langjährigen Zeitraum seit dem Ende der DDR – heute erhebliche Teile der angesprochenen Durchschnittsverbraucher gibt, die im Hinblick auf ihr Lebensalter und ungeachtet der geschichtlichen Befassung in den Schulen und in den Medien weder den Titel noch das Symbol auch nur annähernd mit der Geschichte der DDR in Zusammenhang bringen, kann vorliegend dahingestellt bleiben. Auch diejenigen der angesprochenen Durchschnittsverbraucher, die diesen konkreten historischen Hintergrund nicht kennen, werden der vorliegenden Wortfolge “HELD DER ARBEIT” eine humorvolle Aussage – im Sinne einer Auszeichnung – über den Träger der T-Shirts entnehmen. Der symbolische Händedruck – wie er bei Auszeichnungen üblich ist – unterstreicht diese Wahrnehmung.

Es wird Zeit, dass auch ein Richter Enderlein vom Landgericht Hamburg den Wandel in der T-Shirt-Kultur zur Kenntnis nimmt. Es ist falsch, dass der Durchschnittskonsument an Marken denkt bei Einwort-Selbstbezichtigungen auf der T-Shirtbrust. Das zeigt nicht nur die Beliebtheit mit der ~oholic-Shirts auf Websites von Print-on-Demand Diensten angeboten werden. Es ist etwas viel verlangt, vom Durchschnittskonsument nun zu verlangen, dass er seine Erwartungshaltung ändert, weil er gemäß landgerichtlicher Ansicht ja nie wissen kann, ob unter den Spaßbezichtigungen auch eine Wortmarke verborgen sein könnte.

~holic T-Shirts

Das Urteil zum derzeitigen Beschluß ist durchaus übertragbar, Aussicht auf Erfolg also gegeben.

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Wortverbot für T-Shirt-Texter

Stell dir vor Du hast ein T-Shirt mit einem Trink-Spruch geschenkt bekommen, das Dir Freunde aus Amerika mitgebracht haben. Es bleibt im Schrank liegen und eines Tages, landet es in der Kiste für eBay. Keiner hat dir verraten, dass der Trinkspruch in Deutschland durch eine Wortmarke in der Nizzaklasse 25 angemeldet ist. Und dein Shirt vom Patent- und Markenamt als eine Markenfälschung deklariert wurde.

Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Du an dieser Stelle wirklich begreifst, warum es eine Markenfälschung sein soll.

Wann immer im Markenregister eine Wortmarke erfolgreich in der Nizzaklasse 25 eingetragen wurde, ist es derzeit noch nicht unüblich, dass das Landgericht bei einem Text auf der Brust eines T-Shirts fälschlicher Weise von einem markengemäßen Gebrauch ausgeht. Bei einer Textmarke stellt fast jede textliche Darstellung auf der in der Warenklasse eingetragenen Ware einen markenrechtlichen Verstoß dar.

veni vidi vodka shirt

Viele T-Shirt-„Texter“ und soweit mir bekannt, jeder T-Shirt-„Leser“ sieht in diesem Spruch einen Trinkspruch. Einige (T-Shirt)Designer haben den Cesaren-Spruch „Veni Vidi Vici“ aufgegriffen, der uns spätestens seit Asterix bekannt ist, und in zig Variationen bastardisiert. Hier nur einige weitere Trinkspruch-Shirts mit „Veni vidi [beverage]“:

veni vidi [beverage] Trinkspruch-T-Shirts

Wenn sie also aus alles Wolken fallen, weil sie für ein harmloses Funshirt mit Trinkspruch vom Abmahnanwalt unverhältnismäßig zur Kasse gebeten werden, dann würde mich das nicht wundern. Denn Richter müssen erst noch lernen, dass es sich bei den T-Shirt-Texten mit Text aus unserer Alltagssprache um keinen markengemäßen Gebrauch handelt. Richter können das nur lernen, wenn wir unseren Mund aufmachen und sagen, was Sache ist.

Wollen sie wirklich weiterhin gemäß deutschem Recht vorgehalten bekommen, dass das dumme Sprüche-Shirt eine potentielle Markenfälschung darstellt. Gerade vor dem Hintergrund, dass eben wir die Durchschnittsverbraucher und der T-Shirt-Designer beim besten Willen kein Herkunftskennzeichen erkennen können, also nicht sehen, wie das als Markenzeichen erkannt werden kann, es sei denn man kennt das Wortmarkenregister der Klasse 25 auswendig. Ich habe meine Zweifel, dass der Durchschnittsverbraucher überhaupt weiß, was eine Wortmarke ist und welchen Einfluß das auf Warenangebot und Warenpreis hat.

Häh? Warum müssten wir Wortmarken im Markenregister auswendig kennen?

Wenn der Spruch nicht im Register steht, ist es auch kein Markenzeichen. Laut Markenregister ist „veni vidi vodka“ ein Markenzeichen, „veni vidi vino“ und „veni vidi whiskey“ sind es nicht. Es ist also falsch bei den Shirts „veni vidi vino“ ein Herkunftskennzeichen (besser bekannt als „Markenzeichen“) zu vermuten. Dass sie bei „veni vidi vodka“ mit größter Wahrscheinlichkeit nur an den römischen Kaiser Cäsar und den russischen Schnaps, also an den Sinn der Worte und seinem historischen und regionalen Zusammenhang denken, nur in Kategorien wie Wortsinn und Wortkonnotation denken, muss das deutsche Rechtssystem noch begreifen und entsprechend korrekte Beschlüsse fassen.

Siehe hierzu auch:

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Neustart

Eine Kette von Umständen führte dazu, dass ich zwar noch Backup-Daten für dieses Blog habe, aber aktuell nur unter großen Mühen an diese herankomme. Dank dem Web-Archiv sind die alten Beiträge nicht ganz verloren. Ich starte an dieser Stelle neu. Ich denke meine Auszeit war lang genug, dass ohnehin die meisten Stammleser Zeit hatten das alte Blog zu betrauern und ad acta zu legen. Nachdem dies nicht das erste Mal geschieht, dass ich Bloginhalte vom Netz nehmen musste oder sie mir nur mit unverhältnismässiger Mühe zugänglich sind und daher offline bleiben, verspreche ich für dieses Blog erst gar nicht Kontinuität. Es ändern sich Gesetze, wirtschaftliche Verhältnisse und ich mich als Mensch und in gleichem Maße ändert sich das Netz und dessen Gruppendynamik. Es überrascht also nicht, dass Seiten / Inhalte kommen und gehen.

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Markenrecht erstickt Kunstfreiheit

Es ist in Mainstream-Blogs (Netzpolitik.org und Werbeblogger.de) angekommen, dass klein Lieschen im Internet nicht ungestraft Selbstgebasteltes zum Verkauf anbieten kann. Was einst kein Problem war, weil Markeninhaber keine Kontrollmöglichkeiten hatten, wird in Internetzeiten zum Problem. Nun wird es offensichtlich, wie unzureichend das Markenrecht gestaltet wurde und nun die Kunstfreiheit des Individuums erfolgreich außer Kraft setzt.

Wer sein kleines Kunstwerk, ob als Motiv auf dem T-Shirt und anderen Artikeln oder als fleißig geklöppeltes, gesticktes, gestricktes und genähtes Werk im Internet verkaufen will, der tut wohl daran, erst einmal gründlich Markenamtsdatenbanken nach möglichen Markenrechtskonflikten zu durchforsten. Ob es nun Motiv oder Text betrifft, beides kann zu Post vom Anwalt führen und der Rechtsstreit wird zunächst einmal teuer, ob man im Recht ist oder nicht.

Die Unternehmen, die verpflichtet sind ihre Marke zu verteidigen oder diese zu verlieren, sind die Buhmänner. Sicher so manches Unternehmen muss noch dazulernen, wenn es um die Kostennote geht. Grundsätzlich aber muss das Markenrecht novelierte werden, um inbesondere im Textilbereich den kleinen Künstlern wieder ihr gutes Recht auf den indivuellen Ausdruck zu gewährleisten ohne den Abmahnteufel fürchten zu müssen.

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Maslow’sche Pyramide und das Markenrecht

Maslow'sche Bedürfnispyramide und die soziale Dreigliederung
Maslow’sche Bedürfnispyramide(W) im Zusammenhang mit der sozialen Dreigliederung (W) || Freiheit: Selbsterfahrung, Slebstverwirklichung, Liebe; Brüderlichkeit: Familie, Freunde, Nachbarn, Vorsorge; Gleichheit: Vorrat, Vorsorge, Essen und Trinken, Luft zum Atmen.

Ich betrachte diese Pyramide mehr wie eine Sphäre. Gebe ich übermäßig Gewicht auf nur eines der Bedürfnisse und vernachlässige die anderen so gerät diese Sphäre in Bewegung. Die Dynamik die diese dabei entwickelt ist faszinierend und beängstigend zugleich. Nicht selten mündet es in Gewalt.

Im Zusammenhang mit der „Marke Olympischen Spiele“ und dem Markenrecht im Allgemeinen so liegt immer mehr Gewicht auf der Kontrolle, weg von der Gestaltung, Erschaffung der Marke.

Der DOSB nimmt nicht nur in Kauf, dass der olympische Gedanke (der Inhalt der Marke) verletzt wird, er opfert diesen bewusst der Kontrolle:

Tatsächlich war dies kein allzu großes Problem, da nach erfolgter Abmahnung jeweils eine Einzelfallanalyse durch die anwaltlichen Vertreter des DOSB erfolgt, wenn die Abgemahnten Kontakt aufnehmen.

Quelle: Saftblog

Klaus Eck nennt es normal. (1, 2, 3) — Stimmt, es ist normal, doch ist es auch ein Verhalten das wir, nur weil es normal geworden ist, akzeptieren sollten?

Mit hohen Abmahnungskosten durch einen hohem Streitwert und dem Fakt, dass zuerst zuschlagen wird und hinterher „analysiert“ wird, ergibt sich schließlich jedes Mal die Chance, der Betroffene könnte widerspruchslos Unterzeichnen, den Betrag unangefochten bezahlen und wieder wäre ein Stück mehr Kontrolle beim DOSB. Mehr Kontrolle heißt ein stärkeres Monopol, ein stärkeres Monopol bringt ein freieres Preisdiktat mit sich. Das ist die Verschiebung weg von den Inhalten hin zu wirtschaftlicher Macht. Und der DOSB kann sich das leisten. Ist es doch normal, dass „man“ seine „Marke“ verteidigt. Dies sorgt dafür, dass der DOSB nicht einen Moment innehält und zuhört.

Und morgen trifft es den nächsten unschuldigen, der keine Blogs liest, … der sich im Unrecht glaubt aber vermutlich nicht ist, der sich dankbar dünkt, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Alles normal. Der kleine neue Alltag. Und die Dreigliederungs-Sphäre rollt schneller und schneller, walzt auf ihrem Wege ein Opfer nach dem anderen nieder. Bei diesem WEg wird die „Marke Olympischen Spiele“ immer hohler bis sie letztlich implodiert. So wie schon so manche Marke nur noch ein Schatten seiner selbst wurde und vom Markt verschwand.

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Vereinsarbeit und Außenbild und Blogmissbrauch

Ich kenne den Verein Transperency Deutschland nicht, aber ich weiß, dass eine Geschichte, wie die der gekündigten Mitarbeiterin zum Alltag gehört. Personalfälle sind immer zweischneidig. Nehmen wir einen Hiwi, der durchgetragen wird, obwohl er die Organisaton hinten und vorne beschissen hat und seinem Nachfolger auch noch erklärt, wie einfach es sei die Organisation zu bescheissen. Sein Nachfolger war ein anständiger Mitarbeiter, der seinen Vorgänger für sein Handeln verachtete. Da ist eine Mitarbeiterin mit Behindertenausweis, die ihre erste Teilzeitstelle antritt und für die die Arbeit zu anstrengend ist und mehr fehlt als anwesend ist. Für die zwar die Krankenkasse den Lohn fortzahlt, aber deren Arbeit liegen bleibt oder durch eine Ersatzkraft, deren Entgelt die Organisation tragen muss, erfüllt wird. Die PR-Maus, die eigentlich gar nicht so schlecht ist und in der Probezeit es schafft immerhin ihr Gehalt als Spenden einzutreiben, aber ihre sozialen Defizite die Gruppendynamik so massiv stört, dass man nicht abwarten möchte, ob sie nach der Probezeit mehr schafft als nur ihr eigenes Gehalt an Spendengeldern aufzubringen.

Warum sollte man einen unlauteren Hiwi durchtragen?

Weil seine Familie in entscheidenden Funktionen in Vereinen der feinen Gesellschaft sitzt und man sich deren Gunst besser erhält. Es ist der Zugang zu der lebenswichtigen Lebensarder jedes Vereins: Spendengelder.

Warum behält man nicht die Behinderte

Ist ein Behinderter Mensch nicht in besonderem Maße schutzbedürftig und gibt es nicht sogar Mitarbeiter, die man zu lasten der öffentlichen Kasse als Ersatz bei Ausfall beziehen kann? Wer auch nur einmal Personalverantwortung besaß oder in Arbeitsvorbereitung tätig wurde, weiß welche Hürden und Kosten damit verbunden sind. Ohne ein eingespieltes Team sind viele Aufgaben gar nicht erst möglich. Bei einer dünnen Personaldecke kann das chronische Fehlen einer einzigen Kraft verheerend sein.

Warum behält man nicht eine Kraft mit Potential?

Weil neben dem Geld immer auch das Arbeitsklima ein wichtiger Faktor in der Wirtschaftlichkeit einer Organisation ist. Ob eine Mitarbeiterin passt hängt nicht nur von ihren Fähigkeiten auf ihrem Arbeitsgebiet ab, sondern immer auch von den weichen Faktoren.

Öffentlichkeit kann unverantwortlich wichtige Arbeit zerstören

Ich enthalte mich der Bewertung von Transperency International, denn ich habe mich weder mit deren Arbeit noch mit den Menschen, die diese Arbeit leisten, befasst. Ich kenne nur eine unglückseelige Geschichte, die in unverantwortlicher Weise durch die Blogosphäre gezerrt wurde. Besonders fragwürdig hat sich hier das Basicthinking-Blog [-1-,-2-, -3-] hervorgetan. Dass der Focus einen tendeziellen Bericht verfasst, macht die Angelegenheit nicht besser. Die aus der Pressemitteilung von Transparency International Deutschland angesprochenen Punkte waren bereits durch die Bloggerin Moni.wasweissich publik. War in der Pressemeldung noch etwas anderes, das den Datenschutz in Bezug auf die Personalakte der Ex-Mitarbeiterin verletzte?

Was ist mit den juristischen Drohgebärden und der Meinungsfreiheit?

Ja? Geht es denn darum überhaupt noch? Hat sich die Blogosphäre denn zusammengeschlossen, um mit den Mitteln des Rechts, zu klären, ob der Beitrag bei Moni so stehen gelassen werden darf. Musste dieser Beitrag zu diesem Zweck referenziert werden? Was ist mit dem sozialen Gefüge Blogosphäre? Wie steht es mit Vertrauen und Solidarität ohne Lynchmobtendenzen? Muss man seine Meinungsfreiheit wirklich dazu gebrauchen, einem Verein zu schaden. Es menschelt. Es stinkt, wenn in übelster Weise der Justiziar in einem der beteiligten Weblogs verunglimpft wird — nicht, weil man ihm die ungeschickte, povokante Vorgehensweise ankreidete, sondern weil einer einen alten Spitznamen und alte Kamellen ausgrub. Da sind ein paar männliche Ratschweiber, die sich das Maul über viel Halbgaren zerreissen. Ich denke, es wird Zeit, dass man aus der Angelegenheit die Luft lässt. Moni.wasweissich hat juristischen Beistand und ihr Anwalt hat auch seine Öffentlichkeit gehabt. Nun sollte es genug sein.

Nachtrag: Ein guter Beitrag auf Tagesschau.de: Transparency International im Clinch mit Weblogs.

„Gefühlte Gerechtigkeit“

Transparency beklagt „gefühlte Gerechtigkeit“
„Da spielt nur eine gefühlte Gerechtigkeit eine Rolle“, sagt Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied bei Transparency International. „Die Behauptungen in dem Weblog waren vollkommen an den Haaren herbeigezogen.“ Moni S. beruft sich hingegen inzwischen auf ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Anwalt Udo Vetter, der selbst die juristische Website „Lawblog“ betreibt, vertritt sie gegen weitere Löschforderungen.

Nachtrag zu Wahrheitsgehalt, Manipulation und den kleinen schnell mal überlesenen Details der beiden Positionen:
TI-D schrieb in der Pressemitteilung , dass eine Erhöhung der Stundenzahl von 20 auf 30 Stunden bei Einstellung bereits vereinbart war. Dies liest sich bei moni.wasweissich wie folgt: „Nachdem die Geschäftsführerin ihr sagte, dass sie hervorragende Arbeit leistet, fragte sie meine Freundin, ob sie nach der Probezeit von 20 auf 30 Stunden aufstocken könne.“ (Siehe Screenshot).
Schlagts mich aber da sind deutliche Unterschiede in der Darstellung. Selbst wenn das Gehalt im Falle der Übernahme nach der Probezeit als verhandlbar dargestellt wurde, denke ich nicht, dass damit ein Gehaltserhöhung von 1000 Euro BRUTTO für 20 Stunden zu 1400 Euro NETTO für 30 Stunden gemeint war. In dieser Darstellung werden übrigens die Werte sehr schwer vergleichbar. Dem flüchtigen Leser erscheint es, als entspräche die Erhöhung dem Verhältnis der Mehrarbeit. Weit gefehlt und je nach dem welche weiteren Rahmenbedinungen zum tragen kommen, war dieses Angebot so weit jenseits allem verhandelbaren, dass der Verein auch keinen Versuch übernehmen wollte, sondern gleich zu Plan B überging. Ich weiß nicht wieviele der Leser hier Personalfragen in eigener Sache klären müssen, aber ich würde mal sagen, der Beitrag bei Moni war bewußt oder unbewußt verzerrend. Es brauchte keine Lüge. Es genügte die Wahrheit und ein paar kleine Lücken in der Geschichte um die TI-D richtig mies aussehen zu lassen. Das sind Taschenspielertricks von Werbung und PR. Soviel zum Thema, der Verein habe eine alleinerziehende Mutter mit einem dreijährigen Kind unakzeptabel gekündigt. Übrigens ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet die vergleichbaren beiden Brutto-Angaben aus der Pressemeldung bei den Bloggern unkenntlich gemacht wurden?

Die Erwiderung von Moni S. über ihren Anwalt Udo Vetter zum Vorwurf der Lüge seitens TI-D gehört an diese Stelle definitiv dazu: Üble Nachrede

Korrektur zum Umstand Alleinerziehung … ix von wirres berichtigt seine Aussage und die Aussage in dem beanstandeten Beitrag von moni.wasweissich, dass diese Mutter eines dreijährigen Kindes nicht allein erzieht.


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