Vereinsarbeit und Außenbild und Blogmissbrauch

Ich kenne den Verein Transperency Deutschland nicht, aber ich weiß, dass eine Geschichte, wie die der gekündigten Mitarbeiterin zum Alltag gehört. Personalfälle sind immer zweischneidig. Nehmen wir einen Hiwi, der durchgetragen wird, obwohl er die Organisaton hinten und vorne beschissen hat und seinem Nachfolger auch noch erklärt, wie einfach es sei die Organisation zu bescheissen. Sein Nachfolger war ein anständiger Mitarbeiter, der seinen Vorgänger für sein Handeln verachtete. Da ist eine Mitarbeiterin mit Behindertenausweis, die ihre erste Teilzeitstelle antritt und für die die Arbeit zu anstrengend ist und mehr fehlt als anwesend ist. Für die zwar die Krankenkasse den Lohn fortzahlt, aber deren Arbeit liegen bleibt oder durch eine Ersatzkraft, deren Entgelt die Organisation tragen muss, erfüllt wird. Die PR-Maus, die eigentlich gar nicht so schlecht ist und in der Probezeit es schafft immerhin ihr Gehalt als Spenden einzutreiben, aber ihre sozialen Defizite die Gruppendynamik so massiv stört, dass man nicht abwarten möchte, ob sie nach der Probezeit mehr schafft als nur ihr eigenes Gehalt an Spendengeldern aufzubringen.

Warum sollte man einen unlauteren Hiwi durchtragen?

Weil seine Familie in entscheidenden Funktionen in Vereinen der feinen Gesellschaft sitzt und man sich deren Gunst besser erhält. Es ist der Zugang zu der lebenswichtigen Lebensarder jedes Vereins: Spendengelder.

Warum behält man nicht die Behinderte

Ist ein Behinderter Mensch nicht in besonderem Maße schutzbedürftig und gibt es nicht sogar Mitarbeiter, die man zu lasten der öffentlichen Kasse als Ersatz bei Ausfall beziehen kann? Wer auch nur einmal Personalverantwortung besaß oder in Arbeitsvorbereitung tätig wurde, weiß welche Hürden und Kosten damit verbunden sind. Ohne ein eingespieltes Team sind viele Aufgaben gar nicht erst möglich. Bei einer dünnen Personaldecke kann das chronische Fehlen einer einzigen Kraft verheerend sein.

Warum behält man nicht eine Kraft mit Potential?

Weil neben dem Geld immer auch das Arbeitsklima ein wichtiger Faktor in der Wirtschaftlichkeit einer Organisation ist. Ob eine Mitarbeiterin passt hängt nicht nur von ihren Fähigkeiten auf ihrem Arbeitsgebiet ab, sondern immer auch von den weichen Faktoren.

Öffentlichkeit kann unverantwortlich wichtige Arbeit zerstören

Ich enthalte mich der Bewertung von Transperency International, denn ich habe mich weder mit deren Arbeit noch mit den Menschen, die diese Arbeit leisten, befasst. Ich kenne nur eine unglückseelige Geschichte, die in unverantwortlicher Weise durch die Blogosphäre gezerrt wurde. Besonders fragwürdig hat sich hier das Basicthinking-Blog [-1-,-2-, -3-] hervorgetan. Dass der Focus einen tendeziellen Bericht verfasst, macht die Angelegenheit nicht besser. Die aus der Pressemitteilung von Transparency International Deutschland angesprochenen Punkte waren bereits durch die Bloggerin Moni.wasweissich publik. War in der Pressemeldung noch etwas anderes, das den Datenschutz in Bezug auf die Personalakte der Ex-Mitarbeiterin verletzte?

Was ist mit den juristischen Drohgebärden und der Meinungsfreiheit?

Ja? Geht es denn darum überhaupt noch? Hat sich die Blogosphäre denn zusammengeschlossen, um mit den Mitteln des Rechts, zu klären, ob der Beitrag bei Moni so stehen gelassen werden darf. Musste dieser Beitrag zu diesem Zweck referenziert werden? Was ist mit dem sozialen Gefüge Blogosphäre? Wie steht es mit Vertrauen und Solidarität ohne Lynchmobtendenzen? Muss man seine Meinungsfreiheit wirklich dazu gebrauchen, einem Verein zu schaden. Es menschelt. Es stinkt, wenn in übelster Weise der Justiziar in einem der beteiligten Weblogs verunglimpft wird — nicht, weil man ihm die ungeschickte, povokante Vorgehensweise ankreidete, sondern weil einer einen alten Spitznamen und alte Kamellen ausgrub. Da sind ein paar männliche Ratschweiber, die sich das Maul über viel Halbgaren zerreissen. Ich denke, es wird Zeit, dass man aus der Angelegenheit die Luft lässt. Moni.wasweissich hat juristischen Beistand und ihr Anwalt hat auch seine Öffentlichkeit gehabt. Nun sollte es genug sein.

Nachtrag: Ein guter Beitrag auf Tagesschau.de: Transparency International im Clinch mit Weblogs.

„Gefühlte Gerechtigkeit“

Transparency beklagt „gefühlte Gerechtigkeit“
„Da spielt nur eine gefühlte Gerechtigkeit eine Rolle“, sagt Jochen Bäumel, Vorstandsmitglied bei Transparency International. „Die Behauptungen in dem Weblog waren vollkommen an den Haaren herbeigezogen.“ Moni S. beruft sich hingegen inzwischen auf ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Anwalt Udo Vetter, der selbst die juristische Website „Lawblog“ betreibt, vertritt sie gegen weitere Löschforderungen.

Nachtrag zu Wahrheitsgehalt, Manipulation und den kleinen schnell mal überlesenen Details der beiden Positionen:
TI-D schrieb in der Pressemitteilung , dass eine Erhöhung der Stundenzahl von 20 auf 30 Stunden bei Einstellung bereits vereinbart war. Dies liest sich bei moni.wasweissich wie folgt: „Nachdem die Geschäftsführerin ihr sagte, dass sie hervorragende Arbeit leistet, fragte sie meine Freundin, ob sie nach der Probezeit von 20 auf 30 Stunden aufstocken könne.“ (Siehe Screenshot).
Schlagts mich aber da sind deutliche Unterschiede in der Darstellung. Selbst wenn das Gehalt im Falle der Übernahme nach der Probezeit als verhandlbar dargestellt wurde, denke ich nicht, dass damit ein Gehaltserhöhung von 1000 Euro BRUTTO für 20 Stunden zu 1400 Euro NETTO für 30 Stunden gemeint war. In dieser Darstellung werden übrigens die Werte sehr schwer vergleichbar. Dem flüchtigen Leser erscheint es, als entspräche die Erhöhung dem Verhältnis der Mehrarbeit. Weit gefehlt und je nach dem welche weiteren Rahmenbedinungen zum tragen kommen, war dieses Angebot so weit jenseits allem verhandelbaren, dass der Verein auch keinen Versuch übernehmen wollte, sondern gleich zu Plan B überging. Ich weiß nicht wieviele der Leser hier Personalfragen in eigener Sache klären müssen, aber ich würde mal sagen, der Beitrag bei Moni war bewußt oder unbewußt verzerrend. Es brauchte keine Lüge. Es genügte die Wahrheit und ein paar kleine Lücken in der Geschichte um die TI-D richtig mies aussehen zu lassen. Das sind Taschenspielertricks von Werbung und PR. Soviel zum Thema, der Verein habe eine alleinerziehende Mutter mit einem dreijährigen Kind unakzeptabel gekündigt. Übrigens ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet die vergleichbaren beiden Brutto-Angaben aus der Pressemeldung bei den Bloggern unkenntlich gemacht wurden?

Die Erwiderung von Moni S. über ihren Anwalt Udo Vetter zum Vorwurf der Lüge seitens TI-D gehört an diese Stelle definitiv dazu: Üble Nachrede

Korrektur zum Umstand Alleinerziehung … ix von wirres berichtigt seine Aussage und die Aussage in dem beanstandeten Beitrag von moni.wasweissich, dass diese Mutter eines dreijährigen Kindes nicht allein erzieht.


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