Dollars 2 Donuts – Values change!

Das am. „Dollars to Donuts“ ist das Equivalent zum brit. „a pound to a penny“. Es ist die Versicherung, dass man sich absolut sicher ist, dass etwas eintrifft, bzw. der Wahrheit entspricht [1, 2]. Als „Dollars to Donuts“ erstmals belegt schriftlich festgehalten wurde, war der Dollar im Vergleich zu heute gemäß dem Preisindex für Lebenshaltung rund 20 Dollar wert. Der Donut muss unter einem halben Cent wert gewesen sein, denn ein Pfund Brot war rund 5 Cent wert [3]. Der Spruch ist im Wett-Umfeld entstanden und Geld zu verlieren war und ist bis heute bei Wetten um längen wahrscheinlicher als Geld zu gewinnen. Der Spruch hat sich gehalten, auch wenn oder obwohl ein Donut derzeit rund US ¢95 kostet, also beinah einen Dollar.

Der Wert hat sich geändert, geblieben ist das Idiom.

Och, ja. Schwemme bösgläubiger Anmeldungen [™]!
Sie, fei! Ja, nee! … Psst. Still, hier!

Beim Gedanken zu Werten und Sprüchen kann ich einfach nicht anders, als an das aktuelle Markenrecht zu denken, das zur Dekoration genutzte Sprache und Zeichen ausverkauft. Das heutige Markenrecht untergräbt ohne Not den freien Ausdruck also Art. 5 §GG.

Ernsthaft! Keine Marke, selbst wenn deren Logo eben ein Smiley ist, ist gefährdert durch ein Smiley auf einer Seife, und dennoch kann in der EU nur noch ein Unternehmen ungestraft Smileys in Seifen fräsen. Mich gefragt, wird das Unternehmen mit dem Smiley als Marke große Probleme haben, ein Smiley als Herkunftszeichen zu etablieren. Um nicht bösgläubig dazustehen wird es eben das tun müssen.

Dekorativ gebrauchte Alltagssprache auf Textilien wird keine Marke gefährden, die ernsthaft das Alltagswort, das mit der Marke übereinstimmt, als Marke zu etablieren. Diese Marken werden nie ohne eine Bildmarke auskommen, um zu vermeiden, dass ihre Marke mit einer Deko verwechselt wird. Die Leichtfertigkeit mit der Landrichter Unterlassungsgebote für dekorativ gebrauchte Begriffe und Symbole ausstellen, kommt einem Ausverkauf unseres Allgemeinguts gleich. Print on Demand Designer klatschen sich täglich an den Kopf angesichts der immer mehr häufenden Alltagsworte, -sprüche und -zeichen, die angesichts schrankenloser Markenanmeldungen und dem hohen Abmahnrisiko aus dem Angebot genommen werden.

Bald kann ein Unternehmer der Textilbranche (Nizzaklasse 25) nicht mehr „piep“ sagen (dekorativ / beschreibend nutzen), ohne eine Abmahnug zu riskieren. Bei „Piep Piep“ riskiert er heute schon wegen Verwechslungsgefahr einen Vermögensschaden von 1.500,- Euro durch die Rechtmittelkosten der Folgen einer Abmahnung, derer sich ggf erwehren müsste. Heutzutage gilt: Worte werden teurer.

Veröffentlicht in Text&Sprache

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